Bienennährgehölze

Buddleja davidii i.S.
Cornus mas
Cydonia oblonga i.S.
Hedera helix 'Arborescens'
Hibiscus syriacus i.S.
Sambucus nigra
Überreichung Bienengehölz Katalog an den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Daniel Günther

Überreichung Bienengehölz Katalog an den Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein Daniel Günther

Bienenschwund – Bienennährgehölze halten dagegen

Herausforderung und Aufgabe für den Gartenbau

Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet,
hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.
Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr,
keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.
unbekannter Autor (evtl. Albert Einstein)

Im Bundesgebiet gibt es einen dramatischen Rückgang der Bienen- und allgemein der Insektenpopulationen. Ursachen hierfür sind neben der Varroamilbe weitere Krankheiten und der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft (Neonicotinoide). Im Besonderen ist aber das knappe Nahrungsangebot in unserer ausgeräumten Kulturlandschaft für die Bienen- und Insektenpopulationen Existenz bedrohend. Fehlende Bienennährgehölze verursachen eine Mangelernährung und damit eine erhöhte Wintersterblichkeit.

Honigbienen, Wildbienen, Hummeln sowie alle anderen bestäubenden Insekten sind während der gesamten Vegetationsperiode von Frühjahr bis Herbst durchgehend auf einen Blütenflor mit einem ausreichenden Nektar und Pollenangebot als Nahrungsquelle angewiesen. Dabei eignet sich nicht jede blühende Pflanze als Bienenweide. Der Blütenaufbau und das Angebot von Nektar und Pollen sind die entscheidenden Kriterien. Die züchterisch veränderten, gefüllten Blüten vieler Zierpflanzen wie z. B. gefüllte Fliedersorten, Edel-Rosen, Crataegus `Paul´s Scarlet, etc.) sind für Bienen und alle anderen bestäubenden Insekten wertlos, da die Staubblätter zu Blütenblättern umgewandelt wurden.

Bienen aber auch andere bestäubende Insekten sammeln für die Versorgung der Brut nicht nur Pollen und Nektar von Blütenpflanzen. Bei einem entsprechenden Angebot greifen sie auch auf die stark zuckerhaltigen Honigtau-Ausscheidungen von Blattläusen auf Nadel- und Laubbäumen zurück. Unser Bienengehölz-Katalog soll eine Planungshilfe für ein Blütenangebot von Frühjahr bis Herbst, in Stadt und Land, für Garten, Park und Waldrandstreifen sein.

Bienennährgehölze sind nachhaltiger als Wildblumenwiesen 

Im städtischen oder dörflichen Raum kann ohne viel Aufwand viel für die Insektenwelt getan werden. Es gelten dort nicht die strengen Vorgaben des Bundesnaturschutzgesetztes, das eine dringend benötigte Vielfalt an Nährpflanzen und Spätblühern verhindert. In der freien Landschaft werden gebietsheimische Pflanzen mit entsprechend geringer Auswahl gefordert. Im urbanen Bereich hat man dagegen kaum Einschränkungen. Das ermöglicht, Gehölze gezielt nach Ihrer Blütezeit und Attraktivität für das Auge und die Insektenwelt auszuwählen. Anders als Wildblumenwiesen, die häufig schon im zweiten Jahr nach der Aussaat einen Großteil der Arten einbüßen (durch falsche bzw. zu häufige Mähintervalle oder zu nährstoffreiche Bodenqualitäten), sind Gehölzpflanzungen dabei besonders nachhaltig. Sie vergrößern (z.T. verdoppeln) ihr Nahrungsangebot durch Wachstum jedes Jahr und sorgen verlässlich über viele Jahre für Nahrung. Die große Vielfalt von Bienennährgehölzen schränkt die Gestaltungsmöglichkeiten kaum ein.

Bienen- und Hummelsterben unter Silberlinden

Wir möchten eine Lanze für nicht heimische Gehölze brechen! Alle Jahre wieder kann man zur Blütezeit (Ende Juli, Anfang August), vor allem unter einigen isoliert stehenden Silberlinden (Tilia tomentosa) in großer Zahl geschwächte und sterbende Hummeln beobachten. Lange vermutete man, dass der Nektar der fremdländischen Linde eine für Bienen und Hummeln giftige Substanz enthalte. Doch der Nektar dieser spät blühenden Linde ist ungiftig.

Die Insekten sterben, da diese Bäume trotz nachgewiesener guter Nektarproduktion das Heer der hungrigen Insekten nicht zufriedenstellen können. In unseren Städten gibt es zur Zeit der Lindenblüte keine ausreichenden Nahrungsquellen mehr. So fliegen vor allem Hummeln aus großer Entfernung zu den meist einzeln gepflanzten Silberlinden. Da die Tiere aber nicht auf andere Trachten ausweichen können, sind sie gezwungen, an den Linden nach Nahrung zu suchen. Schließlich fallen sie infolge des Nahrungsmangels ermattet zu Boden und verhungern, wenn sie nicht vorher zur Beute von Vögeln, Wespen oder Ameisen werden.

Nisthilfen für Wildbienen 

Wildbienen sind die wildlebenden Verwandten der Honigbiene. Sie leben nicht in großen Staaten sondern oft allein und heißen deshalb auch Einsiedler- oder Solitärbienen. Jedes Wildbienen-Weibchen trägt Nektar und Blütenpollen in ihr Nest, legt ein Ei darauf und verschließt die Brutzelle. Die Larve ernährt sich selbstständig von dem Proviant und verlässt im darauf folgenden Frühjahr die Brutzelle. In unserer aufgeräumten Landschaft finden viele Insekten kaum noch ausreichend Nistplätze. Das führt mit dem verknappten Nahrungsangebot zu erheblichen Problemen.

Die Nestbauarten sind bei den 400-450 heimischen Wildbienenarten sehr unterschiedlich. Ca. 70 % graben Röhren in sand- oder lehmhaltige Böden, nagen Nestgänge in altes Holz oder in markige Stängel, andere mauern sogar steinharte Burgen aus selbst hergestelltem Mörtel. Sie beziehen aber auch gerne schon vorhandene Hohlräume und Röhren mit unterschiedlichen Durchmessern (3-10 mm). Deshalb können wir durch das Aufstellen/Anbringen von Nisthilfen die Insekten zusätzlich unterstützen. Bienen, die ihre Eier im Boden ablegen, ist auch mit ca. 1 m² großen, vegetationsfreien Flächen mit (lehmhaltigem) Sand geholfen.

Auf jeden Fall sollte der Standort des Insektenhotels sonnig, warm und nach Süden ausgerichtet sein.

 

So bitte nicht! Dieser Kasten hilft im besten Fall Ohrwürmern und evtl. noch Florfliegen.

Auch diese Wand führt nicht zum Ziel (Hölzer zu grob, Lehm zu fett; Ziegelsteine werden nicht angenommen).

Schon besser: Niststeine aus Ton sind gut geeignet, aber die Astscheiben nicht ins Stirnholz (Rissbildung) sondern ins Längsholz bohren!

Gut, durch unterschiedliche Materialien – aber leider zu starke Beschattung durch ein lichtundurchlässiges Dach.

Was sind eigentlich Wildbienen?

Der Begriff „Wildbiene“ bezeichnet alle wild lebenden Bienen, die nicht vom Menschen gehalten werden, also alle außer der Honigbiene (Apis mellifera). Zu der Familie der Bienen gehören zum Beispiel die Sandbienen, die Mauerbienen, die Blattschneiderbienen aber auch die Hummeln. In Deutschland sind davon 561 Arten nachgewiesen worden. Leider gelten 39 Arten als ausgestorben oder verschollen.

Obwohl vielen Menschen der Begriff »Wildbienen« nicht mehr so fremd ist, wird die landläufige Vorstellung von Bienen immer noch von der Honigbiene, der »Nutzbiene« schlechthin, derart bestimmt, dass es vielen Menschen schwer fällt, außer dieser Hausbiene des Imkers auch noch andere Insekten als Bienen zu bezeichnen.

Solitär lebende Bienen, auch Einsiedlerbienen genannt, bauen ihre Nester und versorgen ihre Brut ohne Mithilfe von Artgenossen. Daher gibt es bei ihnen auch keine Arbeitsteilung und kein Speichern von Vorräten wie bei Hummeln und Honigbienen.

Was Wildbienen leisten

Allgemein bekannt sind die Probleme der Honigbiene. Durch die sinkende Zahl der Bienenvölker wird schon länger eine Bestäubungskrise befürchtet. Dass diese Gefahr besteht, belegen aktuelle Studien. Das Hauptproblem sind aber gar nicht die Honigbienen, sondern die Wild-bienen, deren rapider Rückgang bereits zu Ernteertragseinbußen führt. Es entstehen Bestäuberlücken.

Wildbienen bestäuben besser!

Beispiel Mauerbiene: Ein Mauerbienenweibchen erbringt die Bestäubungsleistung von 80 – 300 Honigbienen. 100 Honigbienen plus 50 Wildbienen bestäuben also wesentlich effektiver als 150 Honigbienen.

Da Wildbienen den Pollen trocken sammeln, erfolgt ein guter Pollenaustausch, eine sehr gute Pollenkeimung und somit eine sehr gute Befruchtung, dadurch eine Erhöhung des Fruchtansatzes.

Wie würde es ohne Bienen aussehen?

Katalog Bienengehölze

 

 

 

 

 

 

Experten Tipp-Video

Dieser Film ist ein Mitschnitt unseres Seminars vom 25.02.2017. Referent ist Harold Ingwersen aus unserem Hause. Sie bekommen einen umfassenden Überblick über die Not der Bienen- und Insektenwelt und den Lösungsansätzen aus dem Gartenbau. Wie kann ich Helfen mit dem richtigen Pflanzensortiment und den richtigen Nisthilfen:

 

Hintergrundinformationen erhalten Sie unter folgenden Links: 

http://www.deutschland-summt.de

http://aktion-hummelschutz.de 

http://www.de-ipbes.de 

http://bienenkunde.uni-hohenheim.de

http://www.julius-kuehn.de/bienenschutz/

http://www.laves.niedersachsen.de/tiere/bienenkunde/bienenkunde-73177.html 

http://www.naturschutzcenter.de

http://www.mellifera.de 

http://www.wildbienenschutz.de 

http://www.imkerverein-dresden.de

http://www.fibl.org/de/startseite.html 

http://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/bienen 

http://www.welt.de

http://www.dbu.de 

http://www.nabu.de

http://www.immengarten-jaesch.de

http://www.pan-germany.org

 

Weitere Presse Informationen lesen Sie hier:

Deutsche Baumschule 6 2018

GALABAU 10 2017